Ergänzungen zu „Dicke Luft um die Baustelle“

Fragen an Zeiss und die Stadt

Für unseren Artikel in der Stadtteilzeitung Ausgabe #3 haben wir viel mehr recherchiert und geprüft, als wir in dem kurzen Artikel auflisten konnten. Auf dieser Seite haben wir einige Informationen und Dokumente zusammengetragen, die den Artikel für alle interessierten ergänzt und uns die Möglichkeit gibt auch in Zukunft mehr beizutragen.

Im Zuge unserer Recherchen haben wir dem Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt – speziell dem Bereich Bodenschutz und Altlasten und dem Bereich Immissionsschutz – sowie der Zeiss Group einige Fragen zur Großbaustelle zukommen lassen. Das Ziel war es, Fragen aus der Nachbarschaft gesammelt beantworten zu lassen und die Bauleitung der Baustelle auf die Sorgen der Menschen aufmerksam zu machen.

Mit der Bauleitung der Großbaustelle, einer Vertreterin des Bürgerinformationsbüros in der Otto-Schott-Straße und einem Vertreter der Stadt aus dem Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt hatten wir einen Termin vor Ort, bei dem wir einige Fragen beantwortet bekommen haben. Viele blieben allerdings auch offen. Neben den Statements, die wir in unseren Artikel in Ausgabe #3 der Stadteilzeitung haben einfließen lassen, bekamen wir ein Handout, das wir euch hier zur Verfügung stellen (Einfach auf das Bild klicken für das PDF)

Aktuell gibt es noch einige ungeklärte Fragen bezüglich der Schadstoffbelastung in der Luft. Dies gilt ganz unabhängig von der Baustelle von Zeiss. Wir standen auch mit dem THÜRINGER LANDESAMT FÜR UMWELT, BERGBAU UND NATURSCHUTZ in Verbindung, das uns auf unsere Frage, ob bei einer Baustelle wie der hier beschriebenen eine kontinuierliche Luftqualitätsmessung seitens der Baustellen BetreiberInnen Vorgeschrieben oder angeraten wäre keine Antwort geben konnte oder wollte und lediglich an das Umweltamt in Jena verwies. Auch hier konnte uns darauf nicht weiter geantwortet werden, als das die Baustellenbetreiber allen gesetzlichen Vorgaben genüge Leisten. Staubmessungen oder die Untersuchung des Staubs auf Schadstoffgehalt wird durch das Gesetz nicht verlangt. Das Bodenmaterial auf der Baustelle wird durch ein Ingenieurbüro in Jena Begutachtet und regelmäßig Proben entnommen. Da die Belastungsgrenzwerte nicht überschritten werden, geht das Umweltamt davon aus, das auch die Luftbelastung nicht zu beanstanden sein wird. Allerdings sind Grenzwerte lediglich für den Boden in Industriegebieten der relevante Vergleichswert. Was aber, Staub in sensiblere Gebiete, wie anliegende Wohngebiete oder gar den Fichteplatz Spielplatz gelangen? Erfahrungen mit Staub in der Luft haben die Menschen dort jedenfalls gemacht.

Wir haben daher eine eigene Feststoffanalyse erstellen lassen. Von einem Wohnhaus in der Otto-Schott-Straße haben wir Staub von allen Fenstern gesammelt und eingesendet. Das Ergebnis findet sich links (klick auf das Bild): Mehrere Grenzwerte sind dort Überschritten worden. Allerdings müssen wir hier einräumen:

        • Wir können nicht sagen, über welchen Zeitraum sich der Staub angesammelt hatten.
        • Wir können nicht Zweifelsfrei sagen, das der Staub von der Baustelle kommt.
        • Wir haben eine theoretische Hochrechnung der Staubprobe auf einen Kubikmeter Luft vorgenommen, um eine Aussage treffen zu können, ob unsere Staubprobe, „gelöst“ in Atemluft, Grenzwerte für das Einatmen überschreitet. Unserer Rechnung nach war dies nicht der Fall. ABER: Für Arsen gibt es, was das Einatmen betrifft keine Grenzwerte, da es ein Krebserregender Stoff ist und niemand sagen kann, ab wann er Krebsauslösend wäre.

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